Landesverband Sachsen

- des Bundesverbands Musikunterricht -

Mit Musik gegen Viren

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

seit einigen Tagen ist es in den Musikräumen an allen sächsischen Schulen sehr still geworden. Das gab es noch nie; ein Virus hält uns alle in Atem.

In diesen bewegten Zeiten zeigen die Lehrerinnen und Lehrer sich wieder von einer besonderen, ja starken und flexiblen Seite. Von einem Tag auf den anderen stellen wir alle den Unterricht auf „E-Learning“ um. Ganz besonders trifft es das Fach Musik, denn normalerweise wird im Musikunterricht musikalisch praktisch gearbeitet, ist die Einzelleistung sehr eng mit der Gruppendynamik verbunden.

Wir stehen nun gerade vor der Aufgabe, das Kinderzimmer in ein Musikstudio zu verwandeln, in dem die Kinder und Jugendlichen sich nach unserer Anleitung musikalisch produzieren können. Wir erarbeiten musikalische Anleitungen und Aufgaben, entwickeln abwechslungsreiche interaktive Übungen, erstellen eigene Playbacks und kreative Spiele, damit unsere Schülerinnen und Schüler die Zeit zu Hause musikalisch sinnvoll nutzen, Lieder singen oder umdichten, Rhythmen klopfen oder klatschen, Tanzschritte selbst ausprobieren, eigene Pattern entwickeln können.

Und sogar Spaß dabei haben.

 

Die aktuelle Situation betrifft leider auch die Veranstaltungen unseres Landesverbandes. Die beliebten Highlights „Schulen musizieren“ und „Schule - tanzt“ mussten gestrichen werden. Ob und wie diese nachgeholt werden können, werden wir in den nächsten Wochen mitteilen.

 

Für die nächste Zeit wünschen wir allen Lehrenden und Lernenden Ausdauer, Phantasie, Ideenreichtum und Kreativität. Gern könnt ihr mit uns in Austausch treten.

Achtet auf euch, sammelt Kraft und bleibt gesund.

 

Christiane Hein

"Reise nach Corona" von unserem Kollegen Markus Pötschke

Der 5. Bundeskongress Musikunterricht 2020 wird verschoben!

Neuer Termin: 28. September bis 2. Oktober 2022, Mannheim

 

Musikalische Bildung braucht Professionalität

Musizieren
Musizieren

Der Bundesverband Musikunterricht (BMU) Sachsen zeigt sich von den heute veröffentlichten Ergebnissen der Bertelsmannstudie zur Musikalischen Bildung in der Grundschule wenig überrascht. Der Studie zufolge fehlen an den Grundschulen in Deutschland 23.000 ausgebildete Musiklehrerinnen und Musiklehrer. Dabei kommt Sachsen in dieser Studie im Vergleich mit anderen Bundesländern noch gut weg. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass der Musikunterricht in der sächsischen Grundschule gerade um eine Stunde auf im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittliche 5 Stunden gekürzt wurde.

Einen massiven Einbruch des musikalischen Lehrpersonals an den sächsischen Grundschulen prognostiziert die Studie für die Dekade zwischen 2028 und 2038, weil hier überdurchschnittlich viele Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer in den Ruhestand wechseln. Vor diesem Hintergrund ist auch die geplante weitere Aufstockung der Studierendenzahlen im Grundschulbereich – insbesondere am Standort Chemnitz – zu begrüßen, die mit Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern ab circa 2027 wirksam wird. Unverständlich bleibt, warum zwar alle Fächer aufgestockt werden, nur Musik nicht.

Daher fordert der Bundesverband Musikunterricht mit hoher Dringlichkeit, auch am Standort Chemnitz das Fach Musik für die Grundschule zu etablieren – die Musikhochschulen in Dresden und Leipzig verfügen über keine Kapazitäten zur weiteren Aufstockung mehr. Dies hätte gleichzeitig den Vorteil, dass Musiklehrerinnen und Musiklehrer direkt in der Region ausgebildet werden, in der sie zukünftig auch zum Einsatz kommen sollen.

Die Grundschule ist der Ort, an dem Kinder aller sozialen Strukturen zusammen kommen, um gemeinsam zu lernen. Die Grundschule ist aus der Sicht des Bundesverbandes Musikunterricht daher der entscheidende Ort, allen Kindern eine solide musikalische Grundausbildung zukommen zu lassen. Musikunterricht in der Grundschule greift das kindliche Bedürfnis nach Auseinandersetzung mit der musikalischen Umwelt und eigener musikalischer Betätigung auf, er bestärkt dieses Bedürfnis und nutzt es für eine grundlegende musikalische Bildung, die in der weiterführenden Schule sowie im außerschulischen Bereich erweitert wird. Dies ist nur mit qualifizierten Musiklehrerinnen und Musiklehrern möglich.

 

Die Präsidenten Christiane Hein und Henno Kröber

Presseerklärung zum Download

Studie zum Musiklehrermangel an Grundschulen veröffentlicht

An Grundschulen in Deutschland fehlen 23.000 ausgebildete Lehrkräfte für das Fach Musik. Dies ist das Ergebnis der Studie "Musikunterricht in der Grundschule: Aktuelle Situation und Perspektive", die am heutigen 11. März 2020 vom Deutschen Musikrat, der Konferenz der Landesmusikräte und der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht wurde.


Der BMU begrüßt, dass es erstmalig eine bundesweite Studie gibt, die sich ganz systematisch mit der Situation des Musikunterrichts an den Grundschulen auseinandersetzt. Solch eine Studie für eine föderale Bildungslandschaft zu erstellen, ist kein einfaches Unterfangen, zu unterschiedlich ist die Situation in den einzelnen Ländern.

Insgesamt zeigt die Studie ein schlüssiges Bild, das die vom BMU bisher angeführte Lage jetzt mit konkreten Zahlen belegen kann. Der Mangel an Musiklehrkräften im Bereich der Grundschule ist eklatant und offenbart ein strukturelles Problem, das sich nicht einfach lösen lässt.

In seinem Positionspapier zur Situation des Musikunterrichts an den Grundschulen hat der BMU im September 2019 auf diese Missstände hingewiesen und setzt sich für eine fachlich fundierte Ausbildung ein. Hierzu wird sich der BMU auf der vom Deutschen Musikrat initiierten Fachtagung am 26. März 2020 aktiv einbringen, um gemeinsam mit weiteren Experten ein zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten, um den Musikunterricht aus seiner derzeitig prekären Lage herauszuführen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Lust auf Musik! VIII

Cool Down mit Gerhard Reiter und Markus Detterbeck
Cool Down mit Gerhard Reiter und Markus Detterbeck

Lust auf Musik! VIII fand als Mitteldeutscher musikpädagogischer Regionalkongress am 6. und 7. März 2020 in den Räumen der Musikhochschule Dresden (Wettiner Platz) statt.

 

Ein vielfältiges Programm bot für zahlreiche Musiklehrer der Grundschulen und Sekundarstufen Anregungen rund um den Musikunterricht. Dazu wurden, auch in Zusammenarbeit mit Verlagen, zahlreiche Referenten verpflichtet.

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21. Musiksymposium 08. und 09. November im Schloss Siebeneichen

Studenten bei der Organisation
Studenten bei der Organisation

November 2019, das 21. Musiksymposium festigte seinen hervorragenden Ruf als Quelle von Inspiration für den Musikunterricht.Unser Verband hatte für den Abend zum Beisammensein geladen, die Notendealer unterhielten zum Beginn, spät wurde der Abend dann aber durch spontanes Musizieren und Tanzen.

Eine ausführliche Beschreibung, eine illustrierende Bilder und Material von Matthias Krebs findet sich hier.

Liebe Mitglieder des BMU LV Sachsen,

Christiane Hein, Henno Kröber
Christiane Hein, Henno Kröber

Juni 2019, die Sommerferien stehen vor der Tür und wieder mal der Moment, wo es darum geht, sich von einem intensiven Schuljahr 2018/2019 zu erholen und die nötige Kraft zu tanken, um Mitte August wieder motiviert in den Musikunterricht gehen zu können. Die Umstände unserer täglichen Arbeit in Musik werden sicherlich, mit den in Kraft tretenden Änderungen in den Stundentafeln und Lehrplänen, nicht einfacher.

Die eigene Professionalisierung und das Einbeziehen aller zur Qualität des Musikunterrichts an sächsischen Schulen (auch Seiteneinsteiger) sowie in der Ausbildung steht daher weiterhin ganz zentral in unserem Fokus. Auch im Schuljahr 2019/2020 unterstützen und veranstalten wir eine breite Palette an Fortbildungs-Möglichkeiten an. Zum 21. Musiksymposium im Herbst wird es auch wieder ein Diskussionsforum geben. Ebenso sollten weitere BMU -  Aktivitäten wie „Schulen musizieren“ und „Schule tanzt“ fest in ihren Kalendern stehen.
Wir wünschen erholsame Ferien und einen guten Start in das neue Schuljahr und sehen uns hoffentlich bei den zahlreichen Veranstaltungen!
 
Christiane Hein und Henno Kröber, Präsidenten des BMU, LV Sachsen

Handreichung finanziert

Handreichung
Handreichung

Um Berufseinstiege in den Musiklehrerberuf an Oberschulen zu unterstützen, finanzierten wir den Druck einer Handreichung für Berufseinsteiger. Obwohl in erster Linie für den Seiteneinstieg geschaffen, ist das Material weit darüber hinaus ebenfalls hilfreich.

 

Unter Federführung von Antje Gumsch und Christiane Hein trugen Fachberater und weitere Musiklehrer dazu bei. Wir haben die Broschüre gedruckt, um Neueinsteigern im Musiklehrerberuf eine Unterstützung zu geben. 

Video "Tanz gehört in die Schule" von uns unterstützt

Mit unserer Unterstützung ist ein sehr schönes werbendes Video zu Tanz in der Schule entstanden.

 

 

Kontakte auf der Buchmesse

BMU-Stand auf der Buchmesse
BMU-Stand auf der Buchmesse

März 2019, wieder haben wir auf der Leipziger Buchmesse Kontakte geknüpft. Unser Stand war Anlaufstelle für zahlreiche Besucher, die sich über uns und den Musikunterricht informieren wollten.

Dass bei der Leipziger Buchmesse das Feld der musikalisch-kulturellen Bildung nicht mehr wegzudenken ist, gehört auch zu den Erfolgen des BMU. Einen kleinen Einblick in zwei Veranstaltungen geben die Videos zur Podiumsdiskussion "Quereinsteigen in den Lehrberuf" mit unserem Vizepräsidenten Georg Biegholdt.

Weniger Musik ab 2019/20

So ganz wohl scheint den Verantwortlichen im Kultusministerium bei der neuen Stundentafel ab 2019/20 nicht zu sein, denn diese wurde unmittelbar vor den Sommerferien und mit dem Grundtenor der Entlastung von Schülern veröffentlicht. Defizitorientiert muss man hier von einer sehr bedauerlichen Kürzung in der Grundschule Klasse 3 und am Gymnasium Klasse 8 sprechen. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Personalsituation und der breiten Kürzung auch an anderen Fächern scheint aber der Blick nach vorn sinnvoller. Die aufgezeigten Wege sind:

  • Schärfung der Profilierung
  • Nutzung von GTA auch in gebundener Form
  • Flexibilisierung der Stundentafel

Gerade der letzte Punkt ist eine bedeutende Veränderung, in der bedeutendes Potential steckt. Auch die beiden anderen Punkte fordern den Schulmusiker heraus und dürfte bei Schülern, Eltern und Lehrern musische Begehrlichkeiten wecken.

Als Berufsverband werden wir gestaltende Kollegen unterstützen, mit unseren Ideen, unserem Wissen, unserem Expertenpotential und unseren Kontakten.

Gespräch mit Kultusminister Piwarz

Vorstand mit Minister Piwarz
Vorstand mit Kultusminister Christian Piwarz

Am 11.06.2018 traf sich der Vorstand unseres Verbandes mit Kultusminister Christian Piwarz.

 

Themen waren:

1. Die Bedeutung des Faches Musik im Rahmen der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche im Fächerkanon an Schulen vor dem Hintergrund von Pressemeldungen über Kürzungspläne im Fach Musik

2. Bedeutung des BMU Landesverbandes für die musische Bildung an sächsischen Schulen und die Ensemblestätigkeit und unser Rückhalt in der Bevölkerung

2. Qualitätssicherung im Fach Musik über Landeskongresse, Bundeskongresse, Symposium,

3. Schulorganisation aus Sicht des Musikunterrichts (Unterricht, GTA, AG´s, Rahmenbedingungen, Profilierungen)

4. Atraktivität und Zulassung Studium, Atraktivität des Lehrberufes

 

Im Gespräch wurden offen und freimütig Positionen ausgetauscht. Wir fanden für viele unserer Positionen viel Verständnis, konnten auch Zusammenhänge aus unserer Sicht verdeutlichen, die aus Richtung des Ministeriums vielleicht weniger deutlich sichtbar sind.

Wir haben unseren Wunsch verdeutlicht, zukünftig in Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden.

Ein Plädoyer für das Ensemblemusizieren in der Schule

Trommelgruppe, Förderschule Riesa
Trommelgruppe, Förderschule Riesa

In der Mitgliederversammlung des Sächsischen Musikrates am 21.04.18 wurde das Grundsatzpapier „Ein Plädoyer für das Ensemblemusizieren in der Schule“ vereinbart. Auch wir gehören zu den Unterzeichnern. Dieses Papier ist am 07.05.18 an alle im Sächsischen Landtag vertretenen Fraktionen versandt worden.

Hier ist es nachzulesen.

Gegen angekündigte Kürzungen im Fach Musik an sächsischen Schulen, für eine ästhetische Bildung von Kindern und Jugendlichen

Swingende Teufel Pulsnitz
Swingende Teufel Pulsnitz

Ankündigungen und Interviews in der sächsischen Presse künden von harten Einschnitten in das Fach Musik in Sachsen. Der genannte Grund wäre die Entlastung der Schülerinnen und Schüler. Wir empfinden Schule nicht als Belastung von Lernenden, den Musikunterricht erst recht nicht.


Musik zu machen und das ist dem Musikunterricht Sachsens immanent, steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern ist auch ein Mittel um Fantasie und Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Gemeinsames Singen, Tanzen und Musizieren stärkt die soziale Kompetenz und fördert die Sprachentwicklung. Begegnungen mit Musik aus dem eigenen und aus anderen Kulturkreisen leisten wichtige Beiträge für die Pflege der eigenen Tradition und die interkulturelle Begegnung und Verständigung. Musik trainiert außerdem das aktive Zuhören, das für Lernen und Verstehen bedeutsam ist.


Musikalische Bildung trägt – abhängig von der Intensität der Auseinandersetzung der Lernenden mit Musik – zu einer insgesamt positiven Persönlichkeitsbildung bei, indem sie seelisch-emotionale Kräfte, geistig-intellektuelle Fähigkeiten und auch soziale Kompetenzen entwickeln.


Darüber hinaus legen die künstlerischen Schulfächer wichtige Grundlagen für unterschiedliche Berufslaufbahnen. In vielen, explizit nicht nur akademischen oder künstlerischen Berufen sind Kenntnisse in Formen, Farben, Tönen, Ausdruck, Kreativität Bewegung und mehr von Nöten. Die künstlerischen Schulfächer vermitteln das notwendige Rüstzeug, um eine Ausbildung aufnehmen zu können, in der diese Fähigkeiten und Fertigkeiten unerlässlich sind. Versäumnisse in den künstlerischen Schulfächern beeinträchtigen die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Weiter mindern sie deren Ausbildungsfähigkeit.


Im Rahmen der musikalischen Bildung erfahren Kinder und Jugendliche die Welt der Musik in ihrem Reichtum und ihrer Vielgestaltigkeit und erhalten Gelegenheit, sich in ihr selbsttätig und gemeinsam zu bewegen. Musikalische Bildung spricht die gesamte Persönlichkeitsentwicklung des Kindes an.


Der Musikunterricht in der allgemein bildenden Schule richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler. Er zielt – unabhängig von sozialen Kontexten, von Bildungsstand und finanziellen Ressourcen der Eltern – auf musikalische Bildung für alle. Dies bedeutet auch, Schülerinnen und Schüler in ihren eigenen kulturellen Ausprägungen ernst zu nehmen und Menschen mit besonderem Förderbedarf auch in inklusiven Lerngruppen in der Ausbildung musikbezogener Kompetenzen zu unterstützen.


Die angekündigten zusätzlichen Fördermittel für erweiterte musikalische Ganztagesangebote begrüßen wir, sie sind aber kein Ersatz für Musikstunden. Sie können Schule erweitern, bieten aber weder in struktureller noch personeller Hinsicht das nötige Rückgrat.


Wir wünschen uns Gespräche mit dem SMK zur Entwicklung der sächsischen Schule und zu dem, was wir dazu beitragen können. Wir sind offen für positive Weiterentwicklungen und beteiligen uns gern in einem demokratischen Prozess daran.


Wir versichern Euch, liebe Musiklehrerinnen und Musiklehrer Sachsens, dass der Landesverband des BMU die derzeitige landespolitische Entwicklung mit eigenen Ideen begleitet und diese artikuliert.
 
Im Vorstand werden derzeit weitere Schritte und Aktivitäten besprochen und dann umgesetzt.

Termine

Freitag, 19.06.2020

1. Thüringer Bläserklassentage

Dienstag, 30.06.2020

Einsendefrist BMU-Medienpreis

Mittwoch, 30.09.2020

Einsendefrist BMU-Wettbewerb "teamwork!"

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